Tag 7 fängt wie meistens mit einer Begutachtung an, wo ich denn überhaupt stehe.
War ja schon finster, als ich gestern Halt gemacht habe.
Auch diesmal hatte ich wieder Glück und stand auf einem guten Platz, so dass ich in aller Ruhe frühstücken und meine Sachen zusammenpacken konnten.
Hätte ja auch sein können, dass ich bei jemandem im Vorgarten stehe oder mitten am Verladeplatz vom Hafen.
Aber dem war nicht so, also zuerst einmal ein paar Fotos von meinem Lieblings-Motiv gemacht.
Jetzt aber los, es sind noch 238 km bis zum Kap und die Sonne kommt raus… …perfekt!
Es geht aus Alta raus und die Natur zeigt mal wieder, was sie für eine wahnsinns Vielfalt zu bieten hat.
Vom saftigen Grün am Meer geht es durch herbstliche Wälder den Berg hoch in die karge Landschaft der Tundra.
Der Wind bläst hier oben so stark, dass man fast einen Krampf in der Hand bekommt , vom Lenkrad festhalten.
Nach knapp einer Stunde sehe ich voller Freude das erste Schild mit Kilometer-Angabe zum Nordkap.
Kurz danach kann ich, nach fast 100 km, auch wieder einen Radiosender empfangen und siehe da, er heißt „Nordkap“.
Das bedeutet, ich kann nicht mehr so weit weg sein, naja 137 km halt.
Ab Olderfjord geht es der Küste entlang im weiteren Richtung Norden.
Und immer wieder durch Tunnel. Einer davon wirkte sehr abenteuerlich.
Perfekt, um mal zu zeigen, was der LED Balken am Dach so kann.
Es ist beeindruckend und verwirrend.
Ich schau nach rechts und sehe das stürmische Meer, ich schaue nach links und sehe eine Landschaft die ich eigentlich nur kenne, wenn ich über den Tauern fahre, oder sonst wo im Gebirge über 2000 Meter Seehöhe unterwegs bin.
Irgendwie passt das in meinem Kopf nicht ganz zusammen.
Dadurch ist es noch beeindruckender.
Die Straße schlängelt sich so dahin, bis der berühmte Tunnel kommt, der das Nordkap erst zum nördlichsten, mit dem Auto erreichbaren, Punkt macht.
Ein bisschen mulmig ist einem schon, wenn man bedenk, das man gleich 212m unter dem Meer ist.
Da war der Tunnel, zwischen Dänemark und Schweden, mit 63m unter dem Meer ja eigentlich ein Klacks!
Gut auf der Insel Magerøya angekommen geht es weiter, vorbei an Wasserfällen und Rentiern, die sich wie immer von nichts stören lassen.
Auch nicht vom Wind, der mittlerweile so stark weht , dass mein LED Balken im Stand zu singen anfängt.
Und dann ist sie da…
Die letzte Kreuzung vor dem Ziel
… nur noch 13 Kilometer
Über die Kuppe drüber und man kann zum erstmal die „Nordkapphallen“ mit der markanten Kugel am Dach sehen.
…noch 500 m…
Geschafft, ich bin am Ziel !
Nach 4363 Kilometer und 7 Tagen bin ich um 14:24 Uhr angekommen.
Der nördlichste Punkt, den man mit dem Auto, rein über den Landweg, erreichen kann!
Auto abstellen und die letzten Meter zu Fuß zum Objekt der Begierde…
Der 1978 errichtete und aus Stahl gefertigte Globus
Ein Selfi mit Stativ ist wegen dem Wind unmöglich.
21 m/s das sind ca 75 km/h, da ist es schon schwierig, einfach nur das Handy in der Hand ruhig zu halten.
Die Temperatur wäre mit 8 Grad gar nicht so schlimm, aber mit dem Wind sind die Hände ohne Handschuhe nach nur wenigen Minuten knalle Rot und tun weh.
Zeit um in die Nordkapp-Halle zugehen und sich ein bisschen aufzuwärmen.
Mittlerweile ist dann auch ein Plätzchen hinter einem kleinen Häuschen freigeworden, sodass ich mich dort für die Nacht einrichten konnte.
Und dann war auch schon Zeit für den Sonnenuntergang.
Also gut einpacken, das Stativ gut fest halten und raus mit mir.
Ziemlich verfroren bemerkte ich beim Foto-Check, im warmen Bus, dass auf dem einen Foto (das vorletzte der letzten Serie) so ein grüner Schleier am Himmel zusehen war.
Dann hörte ich auch schon laute Stimmen von draußen.
Mal nachgesehen was denn da los ist…
… und da waren Sie …
…noch deutlicher als gestern…
…die Polarlichter…
Nach gut 2 Stunden war dann kurz nach 23 Uhr Schluss mit dem Spektakel, bzw. ich musste mich in den Bus zurückziehen, da es einfach zu kalt wurde.
Was für ein Tag: Die Landschaft, das Wetter, die Polarlichter und zum Schluss sogar noch eine Sternschnuppe.
Das muss jetzt alles mal verarbeitet werden.
Der Vollständigkeit halber:
Ich bin heute 226 km und ca 4 Stunden gefahren.














































































































