#Tag 14
Relaxen und genießen
Veröffentlicht am: 28. September 2021

Der 14. Tag beginnt ruhig und gelassen. Ganz anders als in der Nacht.

Denn da kam plötzlich sehr starker Wind auf und ich beschloss den Bus umzuparken.

Aber jetzt war es windstill, der perfekte Zeitpunkt, dass der Bus endlich seine wohlverdiente Plakette erhält.

Gegen Mittag geht es dann los, dem Fjord bon Alta entlang Richtung Tromsø.

Am Straßenrand stand ein Wegweiser mit der Aufschrift …

Jøckelfjord

Diesen Namen fand ich so lustig, dass ich da gleich hin „gejöckelt“ bin.

Da dies eine Sackgasse war, ging es wieder zurück und weiter Richtung Burfjord mit dem Tagesziel Skjervøa.

Auf einem Art Pass angekommen, wenn man das mit 395m über dem Meer so sagen kann, brauchte der Verstand wieder ein bisschen um das alles zu begreifen.

…Ich fahr einen Berg hoch und dort bietet sich ein Blick, wie wenn man im Sommer über den Tauern fährt.

Die Bergspitzen leuchten weiß, vom Schnee bedeckt, eine Art Hotel steht verlassen in der Landschaft und die Straße schlängelt sich vorbei. Im Augenwinkel sieht man das Wasser in der Sonne glitzern.

Eigentlich alles so, wie man es von zuhause kennt…

…und dann wird einem wieder klar, dass das Wasser, das Meer ist und dass man knapp 4000km von zuhause entfernt ist.

Das ist der Zeitpunkt, um eine Pause einzulegen und die Aussicht zu genießen.

Nach einer Weile beschloss ich, hier auch zu übernachten.

Der Bus wird ordentliche abgestellt, mit Steinen noch ein bisschen in die Waage gebracht und dann ist´s, nach 122km, gut für heute.

…einfach mal genießen und relaxen…

Langsam bekam ich dann auch Hunger…

…ich entschied mich heute für Milchreis.

Also Kocher raus und los geht‘s…

Bitte erinnert mich, bei meiner nächsten Reise daran, dass wenn ich Milchreis mitnehme, auch Zimt einpacke…

…hat trotzdem gut geschmeckt.

Ich genoss die Abendstimmung, und studierte die Wettervorhersage für die Nacht.

Plötzlich ging ein Ruck durch den Bus, und schlug mir die Tür zu…

Etwas perplex stieg ich aus dem Bus…

… wo kommt denn jetzt der Wind her?

…und gleich so stark ?!…

…aber genau so plötzlich wie er gekommen war, ist er auch wieder gegangen.

Und dann herrschte absolute Windstille.

Gefolgt von absoluter Stille…

… es war nichts zuhören, rein gar nichts…

kein Meer

kein Rascheln von Blättern oder Gestrüpp

kein Wasserfall oder Bach

keine Vögel oder andern Tiere

keine Autos

… EINFACH NICHTS

Irgendwie gespenstisch.

Die Stille wurde erst wieder durchbrochen als ein LKW, mit seiner schwedischen V8 Power seine 60 Tonnen den Berg raufprügelte.

Und das schneller als so manches Wohnmobil , das vorbeikam.

Wenn ich schon draußen bin, kann ich noch gleich ein paar Fotos machen.

Die Nacht schien traumhaft zu werden.

So gut wie keine Wolken, Windstill und mit 11 Grad durchaus angenehm.

Und dann war auch schon der erste Streifen am Horizont zu sehen.

Dann schien es schwächer zu werden und ich ging wieder Richtung Bus.

Doch es wollte noch nicht aufhören!

Ganz im Gegenteil es wurde immer stärker.

Sogar so stark, dass ich es mit einem Video aufnehmen konnte.

Es war einfach atemberaubend.

Die Lichtstrahlen tanzten wild umher und es war genau über mir.

Leider kann ich dieses Schauspiel nicht genauer beschreiben, aber es kommt auf den Fotos nicht einmal ansatzweise heran, wie wundervoll und schön das war.

…einfach unglaublich